Ein Musikstück ganz ohne Pausen wäre nicht nur sehr langweilig, sondern für das menschliche Ohr auch beinahe unerträglich anstrengend. Ohne diese Augenblicke der Stille würde die Musik zu einem ununterbrochenen Klangteppich verschwimmen, dem jede Struktur fehlt. Auch beim Sprechen setzen wir ganz bewusst Pausen ein, um eine bestimmte Aussage noch stärker zu betonen oder dem Gegenüber einen Moment Zeit zum Nachdenken zu geben. Wenn du beispielsweise eine spannende Geschichte erzählen möchtest, legst du ab und an eine gezielte Pause ein, bevor du das Geheimnis lüftest, damit die Erzählung noch fesselnder wirkt und die Zuhörer förmlich an deinen Lippen hängen. Was beim Vorlesen eines Textes das Komma, das Semikolon oder der Punkt ist, übernimmt in der Welt der Musik das Pausenzeichen. Diese Zeichen dienen als musikalische Interpunktion, die den Fluss der Melodie gliedert und die Spannung im richtigen Moment anhält. Erst durch das bewusste Schweigen erhält der darauffolgende Ton (Affiliate-Link)¹ seine volle Bedeutung. Oft muss ein Musiker in einem großen Orchester sogar mehrere Minuten lang hochkonzentriert warten und die Takte im Kopf mitzählen, bis sein nächster Einsatz an der Reihe ist. Es gibt in vielen Kompositionen weite Passagen, die beispielsweise ausschließlich von den sanften Streichern getragen werden, während die Bläser schweigend abwarten, bis sie das musikalische Thema wieder kraftvoll übernehmen dürfen. Dieser gezielte Wechsel der Instrumentengruppen und Klangfarben sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit des Publikums erhalten bleibt: Manchmal ist das wirkungsvollste Mittel der musikalischen Gestaltung eben, einfach mal Pause zu machen. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass Pausen keinesfalls „leere Zeit“ sind, sondern denselben strengen rhythmischen Regeln folgen wie die Töne (Affiliate-Link)¹ selbst. Pausen haben die gleichen zeitlichen Werte wie Noten (Affiliate-Link)¹:

Eine Ganze-Pause, sie füllt in einem 4/4 Takt einen ganzen Takt. Sie ist 2 Halbe oder 4 Viertel oder 8 Achtel,… wert.

Eine Halbe-Pause, einen 4/4 Takt kann man mit zwei von ihnen füllen. Sie ist 2 Viertel oder 4 Achtel, 8 Sechzehntel,… wert.

Eine Halbe-Pause, einen 4/4 Takt kann man mit zwei von ihnen füllen. Sie ist 2 Viertel oder 4 Achtel, 8 Sechzehntel,… wert.

Eine Achtel-Pause, einen 4/4 Takt kann man mit acht von ihnen füllen. Sie ist zwei Sechzehntel wert.

Eine Sechzehntel-Pause, einen 4/4 Takt kann man mit 16 von ihnen füllen.
Auch hier kann man, wie bei den Notenwerten, das Prinzip der rhythmischen Unterteilung fortsetzen: Hängt man ein weiteres ´Schwänzchen´ an die Sechzehntel-Pause, erhält man eine 32tel-Pause. Durch jedes zusätzliche ´Schwänzchen´ oder Fähnchen entstehen so noch kürzere Werte wie 64tel-Pausen. Ebenso kann ein Punkt hinter eine Pause geschrieben werden, um sie – genau wie bei herkömmlichen Noten (Affiliate-Link)¹ – um die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes zu verlängern. Eine punktierte Viertelpause hat somit beispielsweise die zeitliche Dauer von drei Achtelnoten.

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